BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

KT-Fraktion Siegen-Wittgenstein

Energiekonzept und Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen bei KulturPur

Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gemäß §3 Abs. 1 GO KT zum Ausschuss Kultur, Tourismus und Ehrenamt

Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gemäß §3 Abs. 1 GO KT zum Ausschuss Kultur, Tourismus und Ehrenamt am 29.08.24

 

Fragen zum Energiekonzept und Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen bei KulturPur

 

Sehr geehrter Herr Landrat Müller,
Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Droege,

KulturPur findet jährlich mitten in der Natur auf der Ginsberger Heide und in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Natur- und Wasserschutzgebiet statt. Die Naturnähe ist eines der herausragenden Merkmale von KulturPur, dass nicht zuletzt dadurch seinen herausragenden Ruf weit über den Kreis Siegen-Wittgenstein erlangt hat.

Maßnahmen zur Energieeinsparung und eine umfassende Nutzung erneuerbarer Energien sind nicht nur tragende Säulen der Energiewende, sondern stellen für KulturPur, und die das Festival umgebende Natur, letztlich auch eine existenzielle Notwendigkeit dar.

Die Energieversorgung für KulturPur stellt seit jeher eine Herausforderung dar, da die mögliche Leistungsbereitstellung über das vorhandene Stromnetz sich stets als zu gering herausstellte.
In der Folge wurden zusätzliche Energiequellen in Form von Dieselgeneratoren angemietet und betrieben, die die Leistungs- Lücke, zumindest im Bereich der elektrischen Energie, schließen mussten.
Davon unbelassen, werden Geräte der Gastronomie mit Gas betrieben, was zur Erhöhung der CO2- Emissionen durch KulturPur führt. Bei der Verwendung von Gas-to-Liquid (GTL oder CnGTL), statt Diesel als Treibstoff, für die Generatoren, wird zwar bei der Nutzung nicht weniger CO2 freigesetzt, es reduziert sich aber deutlich die Emission von Stickoxiden, Feinstaub und Lärm. Ein weiterer Vorteil der GTL-Treibstoffe ist, dass diese ungiftig sind und eine geringere Wassergefährdungsklasse aufweisen als Diesel oder Bio-Diesel. Die Verfügbarkeit von GTL-Treibstoffen ist seit Jahren gestiegen und steht heute dem Industrie-Markt mit einem bemerkenswerten Volumen zur Verfügung. Eine Anpassung moderner Dieselgeneratoren an GTL- Treibstoffe ist nicht notwendig.

Weiterhin sind seit einigen Jahren sogenannte Hybrid-Generator-Systeme als temporäre Systeme auf dem Mietmarkt erhältlich und gelten als sehr zuverlässig, sind mittlerweile hoch verfügbar und auch preislich interessant. Diese Hybrid-Systeme funktionieren mit einem solar gespeisten Batteriespeicher als Primärsystem dem ein Diesel-Generator als Sekundärsystem hinzu geschaltet wird.

Vor diesem Hintergrund bittet die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen um die Beantwortung der folgenden Fragen:

1.) Ist es geplant synthetische Treibstoffe mit sehr ähnlichen Eigenschaften wie GTL in naher Zukunft für die notwendige Generatortechnik einzusetzen? Wenn ja, ab wann genau?
Wenn nein, ab wann könnte ein solcher Einsatz beginnen? Sind wesentliche Änderungen in der Kostenstruktur von KulturPur bei einem solchen Einsatz zu erwarten?
Wenn ja, in welcher Höhe ungefähr?

2.) Ist es geplant Hybrid-Systeme, womöglich in Verbindung mit synthetischen Treibstoffen, in naher Zukunft einzusetzen? Ab wann genau? Sind wesentliche Änderungen in der Kostenstruktur von KulturPur bei einem solchen Einsatz zu erwarten?
Wenn ja, in welcher Höhe ungefähr?

3.) Ist es geplant den Einsatz von Gasgeräten in der KulturPur Gastronomie zu beschränken und durch durch elektrischen Strom betriebene Geräte zu ersetzen? Wann kann aus Sicht der Verwaltung ein gänzlicher Verzicht vorgeschrieben werden?

4.) Nach welcher Methode oder mit welchem Werkzeug (z.B. „CO2-Rechner für Veranstaltungen“ des UBA) wird das CO2-Äquivalent für KulturPur errechnet?

5.) Führt der Kreis Siegen-Wittgenstein für KulturPur eine freiwillige CO2-Kompensation durch? Wenn ja, wird daran gedacht die Kompensation geeigneten Klima- und Umweltschutzprojekten in der Region zukommen zu lassen?

6.) Ist ein Energiekonzept mit den Zielen der signifikanten Energieeinsparung und dem möglichst 100%igen Einsatz erneuerbarer Energien für KulturPur in Arbeit? Wenn ja, wann kann dieses dem Ausschuss präsentiert werden? Wenn nein, wann soll mit der Arbeit an diesem Konzept begonnen werden und wann ist mit seiner Fertigstellung zu rechnen?

8.) Kann die Verwaltung ein Klima- und Umweltschutzkonzept für KulturPur dem Ausschuss kenntlich machen? Wenn nein, wann soll mit der Arbeit an diesem Konzept begonnen werden und wann ist mit seiner Fertigstellung zu rechnen?
 

Für eine Beantwortung der Fragen in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Kultur, Tourismus und Ehrenamt wären wir dankbar.

 



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