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Flüchtlingsarbeit: Unterstützung des Ehrenamtes und Traumatabehandlung

Sehr geehrter Herr Landrat Müller,

vor dem Hintergrund des außerordentlich großen Engagements von Bürgerinnen und Bürgern im Kreisgebiet bei der Betreuung von Flüchtlingen, auf das wir alle stolz sein können, kommt die Ehrenamtlichkeit bei der Begleitung von traumatisierten Flüchtlingen an ihre Grenzen. Die Betroffenen brauchen in der Regel professionelle Hilfe und Therapie.

Ehrenamtliche leisten durch Hilfestellung bei der Strukturierung von Tagesabläufen und Orientierung in der neuen Umgebung eine wertvolle Unterstützung.

Aber auch ehrenamtlich Engagierte sind belastet von den teilweise sehr schlimmen Erfahrungen der Flüchtlinge und fragen nach Hilfemöglichkeiten im medizinischen Hilfesystem.

Hier ist aus unserer Sicht auch der Kreis – Gesundheits- und Jugendamt - gefordert den Ehrenamtlichen Orientierung und Verfahrenshilfen zu geben und gegebenenfalls ein Hilfenetzwerk aufzubauen.

Vor dieser Herausforderung bitten wir um die Beantwortung der nachfolgenden Fragen:

  1. Wohin können sich Ehrenamtler*innen wenden, wenn Sie Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge suchen?
    Kann der Kreis hier eine Orientierungshilfe geben und kann das Gesundheitsamt hier eingebunden werden?
  2. Wie sieht die Finanzierungsgrundlage der Traumatabehandlung von Flüchtlingen aus? Ist durch die Gesundheitskarte eine solche Finanzierung gesichert? Gibt es spezielle Programme oder Fördermöglichkeiten durch das MAGS oder Andere?
  3. Gibt es Angebote und eine Zusammenarbeit mit dem LWL und/oder anderen Trägern von Traumaambulanzen und psychosozialen Zentren?
  1. Gibt es eine Koordination (z.B. Runder Tisch oder Netzwerk) der Akteure im Gesundheitswesen zu diesem Thema?

Wenn nicht – wäre dies eine Aufgabe für den Kreis/Gesundheitsamt/Gesundheits-konferenz?

  1. Wie ist die Situation bei traumatisierten Kindern – gibt es hierzu ein Hilfesetting beim Jugendamt?
  2. Wäre es aus Sicht der Verwaltung sinnvoll einen Leitfaden für den adäquaten Umgang mit Traumatisierten zu entwickeln (oder gibt es den schon?) und diesen dann auch an die ehrenamtlich Tätigen in der Flüchtlingsarbeit zu verteilen?
  3. Stehen aus Sicht der Verwaltung ausreichend geeignete Dolmetscher für diesen schwierigen Bereich zur Verfügung? Und wenn ja, wie werden Ehrenamtler*innen darüber informiert?
  4. Gibt es Hilfemöglichkeiten und eine fachlich qualifizierte Unterstützung im Hintergrund, wenn sich ehrenamtlich Tätige selbst von den traumatischen Erlebnissen „ihrer Klienten“ überlastet fühlen? Gibt es hierfür ein Hilfsangebot des Kreises?
    Wenn nicht, wäre es aus Sicht der Verwaltung sinnvoll ein solches  Angebot einzurichten?

 

Mit freundlichen Grüßen                                       
Günter Jochum                                                         i.A. Anke Hoppe-Hoffmann
Fraktionssprecher                                                     Fraktionsgeschäftsführerin

Hier die Antwort der Verwaltung

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